

Das Wochenende ist rum, ich war bereits wieder zwei Tage arbeiten und nun will ich euch endlich vom Sónar berichten.
Wie bereits erwähnt waren ich auf dem Sónar in Barcelona – was stressig begann endete mit einem Feuerwerk an Eindrücken.
Wir starteten freudig entspannt am Donnerstag Morgen in Richtung Flughafen Leipzig-Altenburg. Aber die Stimmung sollte kippen, denn wir fuhren falsch und drehten eine riesige Runde um Leipzig und kamen letztendlich 10 Minuten zu spät am Flughafen Leipzig Altenburg an. Der Flieger war noch nicht abgehoben, aber der Check Inn geschlossen. Entspannung wandelte sich in Anspannung und dann in Frust … aber wir haben es hingekriegt, haben umgebucht (Danke Tom!!) um kamen am Ende doch noch in Barcelona an, einen Tag später als erwartet aber das alles war schnell vergessen.
Aber noch war der Stress nicht ganz vorbei, denn wir hatten nur eine Stunde, um vom Flughafen in die Stadt zu kommen und unsere Akkreditieung zum Festival abzuholen. Wir hatten dieses Mal aber Glück und haben es geschafft – wieder 10 Minuten zu spät, aber Spanier sehen es mit der Pünktlichkeit entspannter und wir bekamen noch unsere ersehnte Akkrediterung für das Sónar 2009.
Es konnte losgehen! Wir fuhren in unsere Pension, brachen aber bald schon wieder auf, denn wir wollten so wenig wie möglich verpassen. Gegen Mitternacht kamen wir auf dem Gelände von Sónar Night an. Wir versorgten uns schnellstmöglich mit einem wohlverdienten Drink und dann ging es auch schon los: Mary Anne Hobbs bekannt von BBC Radio 1 eröffnete unser Sónar Programm. Es folgte Grace Jones, deren Show ich mir doch einmal ansehen musste. Die Lady sprang recht knapp bekleidet mit ständig wechselnden Hüten singend über die Bühne. Weiter ging es im SónarLab mit den DJs Joker, Gaslamp Killer und im SnarPub mit Little Boots, Buraka Som Sistema u.v.m.
Super Shows, viele Leute, gute Beats zu denen man sich einfach bewegen musste, wir tanzten was das Zeug hielt und hatten ne Menge Spaß an unserem ersten Sónar Tag. Was mir allerdings ein am ersten Tag fehlte war die typische Festival Stimmung. Es erschien mir erst einmal wie eine große Party auf drei großen Floors, weniger Wohlfühlecken zum chillen und vielleicht fehlte mir auch ein wenig Natur ein See oder Wiese oder Zelte?
Aber der neue Tag brach an und nach nicht all zu viel Schlaf starteten wir mit Café und Pizza in den neuen Tag.
Viel Zeit zum erholen blieb nicht, denn das Sónar by Day Programm lockte uns gegen 14/15 Uhr zum Gelände rund um die das CCCB (Centre De Cultura Contemporanea De Barcelona) und MACBA (Museu d’Art Contemporani de Barcelona) auf dem der Tagesteil-Sónar Day stattfand.
Ja und da war ES, da spürte ich ersehnten Festivalflair, das war das Sónar, wie ich es mir vorgestellt hatte. Viele bunte und wirklich schöne Leute, eine entspannte Atmosphäre, die Leute tanzten, man fühlte sich sofort wohl und tanzte mit ihnen. Das Day Programm hielt Natalia Lafourcade, Octa Push, Cardopusher, Achilifunk und EdBanger und Ben Frost für unsere Ohren und Beine, auf drei verschiedene Bühnen, bereit. Wir genossen die Atmosphäre, tanzten in der Sonne, im Schatten, im leicht klimatisierten Zelt (Sónar Dome), genossen den Trubel auch von der Terasse des Museums aus, genossen Drink um Drink, warfen einen Blick in die Ausstellung der Macba und irgendwann machten wir uns auf –durch die Stadt in unsere Penion, denn es war uns nur bis 21 Uhr gestattet zu duschen. Eine weitere musikalische Nacht mit viel Potenzial stand uns noch bevor und irgendwann braucht der Körper etwas Wasser-auch von außen. In Barcelona waren um die 30°C, da kommt man schon mal ins schwitzen.
Nach kurzer Pause machten wir uns auch schon wieder mit einem der vielen, gut organisierten Shuttle Busse, in denen man immer ein Platz fand, auf zum Night-Gelände. Dort angekommen ging es gleich los mit Animal Collective, von denen ich mir allerdings mehr versprochen hatte – also wippten wir ca. 15 Minuten dazu und machten uns dann auf in den SonarPub, hier sollten gleich Fever Ray die Bühne betreten. Von ihrem auftritt erhoffte ich mir viel – und wurde nicht enttäuscht! Eine super Show, ein nahezu bewegendes Konzert, Wahnsinn.
Danach ging es mit dem jungen Rustie weiter, der es nach solch einer Vorstellung von Fever Ray schwer hatte, aber sein Publikum doch überzeugen konnte. Nach einem etwas zu langen Set sollte es dann mit Crystal Castels weitergehen. Wir schauten kurz in den Sonar Club, hier standen Orbital gerade auf der Bühne. Die riesige Halle war nahzu gefüllt und was wir da hörte erschlug uns förmlich. Die Techno-Vorreiter waren sind nicht ganz so mein Fall ebenso das dortige Publikum. Zurück im SonarPub wartete die Menge noch immer, dann ging es los mit Crystal Castels. Es begann kurz und quietschig – die Boxen und Leinwände waren ausgefallen, nach einer Weile bemerkte es auch die Band … es wurde dunkel und sie verließen die Bühne, dann folgten verschiedene Technik-Checks und irgendwann konnte es mit der Show wohl weiter gehen.
Der SonarPub war unterdessen richtig gefüllt, bisher war es immer sehr erträglich und immer ausreichend Platz zum tanzen, man kam immer und überall geschmeidig durch, aber das Samstag Programm schien bedeutend mehr Leute als die Tage zuvor auf das Gelände zu ziehen. Lag es daran, dass Samstag Techno DJs stärker vertreten waren? Es war sehr voll und wir quetschten uns an einen ruhigeren Ort an die Bar genossen den Trubel und landeten irgendwann wieder im SonarClub. Orbital waren fertig , Tadeo dann auch bald und dann ging es weiter mit Moderat. Ich freute mich bereits auf ihre Show, die sich dann auch sehen und hören lassen konnte. Die Visuals waren super – diverse Bilder trafen auf drei Wände die hinter den drei Herren aufgestellt waren und zusätzlich wurden aber auch verschiedenste Bilder auf die gesamte Rückfäche der Bühne projiziert.
Sah wirklich gut aus, wie zudem die drei Herren an ihren Laptoppulten standen und an den Reglern schoben. Die Menge tobte und auch ich konnte mich nicht halten, obwohl mir die Füße schon ordentlich von den Anstrengungen der letzten Tagen schmerzten. Es war der Hammer und für uns der krönende Abschluss des Sónar 2009! Als Moderat die Bühne verließen war es nach 5 Uhr. Wir drehten eine letzte Runde und machten uns auf zum SonarBus zurück in die Stadt.
Gegen 7 Uhr lagen wir glücklich und zufrieden in unserer kleinen Pension im Bett.
Der Sonntag war nun unser erster und letzter Urlaubstag, wir betraten gegen 15 Uhr die Straße tranken Café, trafen uns mit unserer in Barcelona lebenden Freundin und statteten dem Park Güell und der Sagrada Familia noch einen Besuch ab, genossen zum Abschiedn noch ein gutes Essen und vorbei war unser letzter Barcelona Tag. Am nächsten Tag ging es dann auch ohne weitere Komplikationen
nach Deutschland zurück.
Abschließend kann ich nur sagen, dass das Sónar ein wirklich lohnenswertes Festival ist. Es war bunt, sommerlich warm, aufregend, laut und irgendwie anders als deutsche Festivals. Das gesamte Festival war wirklich bestens organisiert von Acts, Zeitplänen, über Bus bis Toiletten, das LineUp super und außerdem sind die Spanier ein so angenehmes Volk – wir hatten viel Spaß und kehrten mit vielen musikalischen und städtischen Eindrücke aus Barcelona ins verregnete Deutschland zurück. Aber das Wetter hier soll ja besser werden …
–KarlaQ–