FESTIVAL Programmheft Check: Jenseits von Millionen

“Brandenburg, Brandenburg. / In Brandenburg, in Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt / was soll man auch machen mit 17, 18 in Brandenburg?”
Hätte dieses Bundesland noch mehr solch wunderbaren Organisatoren wie das Team vom Jenseits von Millionen, wären solche Textpassagen wie aus Rainalds Grebes “Brandenburg” wohl nie entstanden. Richtig, dieses Mal berichten wir vom Jenseits von Millionen Festival, dass den meisten hier spätestens seit diesem Jahr ein Begriff sein dürfte.


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Katja: Das mir vorliegend Heft von Jenseits von Millionen habe ich auf dem La Pampa Festival samt selbstgebastelter Streichholzschachtel überreicht bekommen. Ich fand es erstmal sehr niedlich und nett und habe es im Bus verstaut, nun nehme ich es nochmal genaustens unter die Lupe:

Das Heft des Jenseits von Millionen Festivals ist ein feines, sehr kleines – A7 großes Heft, welches ruck zuck in der Hosentasche verschwindet. Perfekt. Es ist durch eine Klammerheftung gebunden, der Umschlag wurde auf Bilderdruckpapier gedruckt und mit feinen Illustrationen verziert. Bei den Innenseiten musste man wohl sparen, diese sind ganz einfache schwarz/weiß Kopien.

Aber irgendwie ist es süß und mir gefällt es. Ich mag den illustrierten Schriftzug des Festivals und alle weiteren dazugehörigen Illustrationen.
Auf den Innenseiten des Heftchens werden auf minimalstem Platz alle Bands vorgestellt, die Schriftgröße so klein, dass meine Auge sich schon sehr anstrengen müssen, um alles lesen zu können.
Einen Zeitplan habe ich nach einem Hinweis von Phil doch gefunden, außerdem stehen die Zeiten nur unter dem jeweiligen Act. In der Mitte des Heftes findet man aber einen Anfahrtsplan.
Das Festival ist mit ca. 500 Besuchern ein noch sehr kleines Festival und ich kann sehr wohl verstehen, dass man da versucht an den Programmheften zu sparen.
Aber dennoch muss ich sagen, auch mit wenig Geld kann man doch ein paar Schritte gehen und das haben die Verstalter verstanden und versucht etwas zu tun.

Wer weiß, wie das Programmheft schon im nächsten Jahr ausfällt, vielleicht findet sich ja ein Druck und Papiersponsor … ?
Weiter so, das wird gut – wir sind gespannt!!

Wertung:


Phil:
Wir befinden uns auf einem kleinen aber wachsenden Festival in Friedland, jenseits von Millionen und das ist wahr. Dort wo Einwohner uns für Kosmonauten, Alien oder verkorkste Junkies erklären, dort wo man uns einfach nur mit großem Fragezeichen hinterherstarrt, wenn wir mit Röhrenjeans und Chucks auftauchen. Aber umso größer die Blicke, desto mehr schätze ich die Veranstalter. Leute, die mutig genug sind, einen völlig unspektakulären Ort wie Friedland zu wählen, ihr ganzes Herzblut investieren und zusätzlich die nötige Zeit aufbringen, um ein mal im Jahr tausende Menschen aus den unterschiedlichsten Löchern unter einem Stern zu vereinen. Und zusätzlich die erwirtschaftete Kohle auch noch spenden. Mein Respekt.
Unter diesen Aspekten finde ich es noch außergewöhnlicher, überhaupt ein Programmheft von diesem Festival in den Händen halten zu dürfen. Und zudem noch werbefrei. Da erblüht ein gewisser Charme neben der witzigen Gestaltung und dem illustrativen Schriftzug von ganz allein. Zwar spiegeln sich diese hübschen “Muntermacher” aber nur auf dem Umschlag des Heftes wider, dass im A7 Format wie eine zum baldigen Rauchen auffordernde Kippe locker hinters Ohr platziert werden kann. Mehr als transportfreudig also. Doch so fröhlich blühend wie das Angebot um den Innenteil aufgebaut ist, so muss dieser dann doch einer Schwarz-Weiß-Kulisse ausweichen. Sämtliche Beschreibungen und Bildmaterialien müssen leider ohne Farbe auskommen. Nicht schlimm für ein so junges Fest, dass sich quasi noch in den Fußstapfen befindet, aber ein paar Sachen allerdings, sind mir dann trotzdem aufgefallen und verbesserungsfähig. Den Timetable, obwohl er noch nicht die Ausmaße seiner Artgenossen einnimmt, wurde von mir anfangs völlig übersehen, dieser sollte an einem besseren Platz stattfinden. Empfehlung meinerseits: Ab in den Mittelteil. Texte und Bandschreibungen eine Stufe größer, so sind sie auch noch nach ein paar Bierchen gut leserlich. Und im nächsten Jahr dann hoffentlich auch mit ein paar Werbeeinblendungen á la Nachtdigital, um einen höher qualitativen Druck abzustauben. Sprich, in Farbe.

Tolles Festival, tolle Idylle, tolle Menschen. Bald auf hohem Niveau!

Wertung:
MH_stairs_5von10

Zum FESTIVAL Programmheft Check #1: Nachtdigital

Zum FESTIVAL Programmheft Check #2: Reeper Bahn Festival

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