FESTIVAL Programmheft Check: Reeper Bahn Festival

Ich liebe Hamburg, es liegt auch an der Elbe, fast am Meer, besitzt die meisten Musikverlage Deutschlands (rund 280!!) und verbucht in etwa über 100 Musikclubs. Seit 2006 darf sich die Hansestadt aber auch glücklich schätzen, eines der spektakulärsten Clubfestivals Europas im Inventar zu haben.

Das seit vier Jahren auf dem Kiez ausgetragene Spektakel lockte in diesem Jahr wieder mit mehr als 150 Bands aus aller Welt. The Asteroids Galaxy Tour, Friska Viljor, Dinosaur Jr., Dananananaykroyd sowie den Editors, um nur einige zu nennen.

Reeper Bahn Festival

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Katja: Er wurde mir als großartig angekündigt, nun halte ich ihn in den Händen:
Den Pocket Guide vom Reeper Bahn Festival.

Das Programmheft ist etwas belanglos gestaltet, das Papier erinnert an eine Illustrierte und der Druck der winzigen Bilder ist recht schlecht. Typo und Aufbau wirken auf mich etwas altbacken. Das Cover wirkt recht nichtssagend – inhaltlich gesehen ist es schön, so viele Informationen zu den Künstlern zu finden, allerdings hätte man diese weitaus schöner verpacken können. Nicht schlecht für internationale Gäste – die Infos sind in deutsch und englisch gehalten. Vorallem größere, aussagekräftigere Bilder fehlen! Sie hätten der ganzen Wirkung verdammt gut getan. Die Art und Weise der zusätzlichen Bildgestaltung, mit einer abgerundeten Ecke unten rechts und einem roten Schatten darunter, wirken sehr unmotiviert.
Die Zeitpläne der einzelnen Tagen sind halbwegs übersichtlich dargestellt, allerdings wird es sicher schwierig die einzelnen Programmpunkte im Dunklen durch einen kurzen Blick zu erkennen.

Bei vielen anderen Programmheften wurden Anzeigen und Werbepartner recht dezent präsentiert. Hier kann man nicht behaupten: Zwischendrin sind einige Anzeigen platziert, selbst in den Zeitplänen sind die Sponsoren unübersehbar. An dieser Stelle finde ich es wirklich störend! Aber der Zeitplan ist generell nicht sehr übersichtlich.

Über das Format des Reeper Bahn Festival Guides kann man nicht meckern: A6 halte ich für ein gute Größe für einen solches Festivalprogrammheft.

Im Heft bekommt man eine Masse an Infos an die Hand, aber braucht man diese Menge an Text? Wer liest das? Gegen Infos habe ich nix, aber hier finde ich keinen Einstieg. Hätte man doch z.B.einfach etwas Text gekürzt um den Bildern mehr Raum zu geben. Das hätte eine Menge ausgemacht. Mit etwas mehr Liebe zum Detail und einer stilvolleren Gestaltung hätte man hier mehr erreichen können und sollen! Ein Festival dieser Größe verdient ein gutes Programmheft!

Die 82 Seiten werden von einer hinteren Umschlagseite von einer Klappseite zusammengehalten. Auf dieser befindet sich der Lageplan, aber auch hier wieder Werbung für einen Shuttle-Service einer Airline.

Was mir aber gut gefällt ist das Logo des Festivals: ein Spatz mit Augenklappe.
Leider taucht er an komischen Stellen auf, er ist wieder ein Element mit dem man doch viel besser umgehen könnte!
Wenn man genau hinsieht, erkennt man den Piratenspatz auf der Titelseite des Pocket Guides, neben jeder geraden Seitenzahl steht er und auf der Lageplanseite ist er oben links noch einmal zu finden. Ach, gerade sehe ich, auf jeder rechten Seite des Heftchens liegt er als Liniengrafik zart im Hintergrund. Das sieht man aber wirklich nur, wenn man ganz genau hinsieht. Bei der Gestaltung des Reeper Bahn Festival Pocket Guides kann also noch Einiges getan werden. Wir haben euch im Auge …

Wertung:
Bewertung: Reeper Bahn Festival Pocket Guide

Phil: Im Gegensatz zu den letzten Jahren, dieses Mal komplett im auffallendem Farbenkostüm aus orange und blau. Passend zum Leitspruch “New International Music” wirkt das alles elegant und frisch. Das Logo kommt neben dem Maskottchen dadurch auch viel besser zur Geltung. Nicht nur aus der Entfernung ein echter Blickfang also. Aber so schön wie mir die ganze Aufmachung beim ersten Betrachten auch gefallen hat, so schwer fällt es mir zu sagen, dass diese Wirkung leider nicht allzu lange angehalten hat.

Der selbstbetitelte Pocket Guide schaukelt im DIN A6 Format zwar locker in der Hosentasche, lässt sich dadurch besonders gut mitnehmen und alle spielenden Bands, sowie der Zeitplan sind auch wie beim Nachtdigital, im Mittelteil schnell abrufbar. Neben Beschreibungen aller Art liegen für weiter her anreisende Gäste, alle Texte zudem noch mal in Englisch vor. Die Funktion, die ein Programmheft besitzen sollte, erfüllt das Reeperbahn somit bei weitem. Aber den Reiz, die Liebe zum Detail, alles was dem Ganzen an Interesse verleiht, bedauerlicherweise nicht! So musste die Originalität sich dann doch dem Alltag unterwerfen. Hübsche Effekte oder Bildchen sind wenn, leider nur in den Werbebannern zu sehen. Und Bandbeschreibungen kleben einfach nur dicht beieinander. Band an Bandportrait. Das wirkt nicht nur langweilig sondern das ist es auch. Schade, dabei ist die Website echt gelungen. Aber aus einer Gestaltungshochburg wie Hamburg hätte ich einfach mehr erwartet.

Wertung
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