Melt! 2008 – Rückblick

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Mit weit mehr als 20.000 Besuchern ging gestern Nacht das 11. Melt!-Festival zu Ende und so liegt ein schönes, verregnetes wie auch anstrengendes Wochenende nun hinter uns.

Aber der Reihe nach:
Freitag Vormittag machten wir uns auf den Weg Richtung Ferropolis, dort angekommen bauten wir unsere Zelte und den Pavillon auf. Als es gerade schön wurde, kam Security und warf uns, wie auch all unsere Nachbarn von der Wiese direkt am See. So bauten wir wieder ab und suchten uns schnell eine andere nette Möglichkeit zum Campen. Zwischen all den Anderen Zelten, fand sich doch noch ein nettes Plätzchen.
Nach dem Umzug und einer kurzen Brotzeit machten wir uns auf zum Festivalgelände – und für nicht akkreditierte Festivalgäste begann der Stress.
Bei Tausch der Karten kam es zum Chaos, es waren zu viele Besucher auf zu engem Raum, die ihre Karten in Bändchen eintauschen wollten. Wir hatten wohl noch Glück und waren nach ca. 30 Minuten durch die Bändchen-Tausch-Station, andere mussten wohl bis zu zwei Stunden ausharren.

An der Mainstage angekommen, sahen wir am Freitag Adam Green, Kate Nash, dEUS und die wunderbaren Editors. Bedingt durch starken Regen mussten wir uns zwischendurch Unterstand im Gemini-Stage-Zelt suchen – ausgerechnet zum elfenartigem Klee-Auftritt. Die gute Dame traf damit nicht wirklich unseren Geschmack. Als der Regen vorüber war machten wir uns auf zum Melt! Klub, wo wir leider die Chance verpassten, Die Türen und Alexander Marcus zu sehen, denn aufgrund der Besuchermassen gab es kein Reinkommen. Also tanzten wir weiter zu Modeselektor auf der Big Wheel Stage und schleppten uns in den frühen Morgenstunden zurück zum Zelt.

Der nächste Morgen begann wieder mit Regen, wir statteten am Nachmittag Gräfenhainichen einen Besuch ab und entspannten uns bei den Zelten. Gegen Abend machten wir uns erneut auf zum Festivalgelände. Der Auftritt von The Notwist verzögerte sich leider durch einen großen Wolkenbruch – selbst die Techniker hatten zu kämpfen, konnten die Technik aber retten. Der Stimmung tat es glücklicherweise keinen Abbruch, The Notwist zogen Ihre Fans in einer knappen aber fantastischen Stunde in Ihren Bann.
Danach ging es auf der Mainstage weiter mit den Stereo MCs und Franz Ferdinand, die ein wahrer Publikumsmagnet waren und eine großartige Show ablieferten, zu der die Menge rockte. The Whitest Boy alive spielten im Melt! Klub, aber hier war mal wieder kein Reinkommen, da ein paar Tausend Leute ebenfalls in den Melt! Klub wollten. Also ging es für uns auf der Main Stage weiter mit Roisin Murphy, die Queen der Selbstinszenierung begeisterte die tosende Menge und präsentierte eine super tanzbare Show. Wir tanzen und erfreuten uns an ihrem Anblick und den ständig wechselnden Kostümen.
Nach der ehemaligen Moloko Front Frau ging es auf der Main Stage weiter mit Goldie. Im Melt! Klub wollten wir eigentlich noch zu Men (Le Tigre DJ Team) aber leider war wieder auf Grund der Massen kein Durchkommen.

Am Sonntag hieß es für einige Besucher Abschied nehmen, wir brachten die Zeit bis zum frühen Abend rum und waren sehr gespannt auf die Ausnahmekünstlerin Björk. Nach den quirligen Neon Neon, Get Well Soon, Battles und den phänomenalen Hot Chip kamen wir unserem Ziel näher. Gegen 22.30 Uhr wurde es spannend und die Bühne verdunkelte sich. Leider war unser Fotopass für Björk hier nutzlos, dies wurde uns leider etwas barsch am Presseeingang mitgeteilt und da standen wir. Björk betrat die Bühne und wir hatten weder Chance auf ein Bild, noch einen Platz mit Blick auf die Bühne in Aussicht, also quälten wir uns mit Müh und Not in das hintere Drittel der Massen und versuchten ab und zu einen Blick auf die Isländerin zu erhaschen. Dennoch war ihre Show unglaublich dynamisch, nahezu atemberaubend. Nach einer guten Stunde gab es noch eine visuell, reizvolle Zugabe und dann war sie wieder weg.

Und mit Björk war es für uns zu Ende: Melt! Nummer 11.

Unser Fazit:
Das Line Up dieses Jahr war großartig, die Künstler erfüllten die Erwartungen der Menge und boten fantastische Shows, wenn auch oft etwas zu kurz und ohne jegliche Zugaben. Die stählerne Kulisse (leider für reizvolle Fotos zu oft durch Bierzelte, Werbeplakaten oder VIP-Zelte umstellt) war auch dieses Jahr ein Magnet für tausende tanz- und feierwütige Besucher. Mit 20.000 Besuchern (ich habe auch von 23.000 gehört) waren es aber definitiv zuviele Gäste für das Gelände. Die Main Stage verträgt diese Massen, war aber einzig zu Björk richtig gefüllt. Alle kleineren Bühnen waren zu voll und damit sank leider auch der Spaßfaktor.
In den vergangenen Jahren hat man viele neue musikalische Leckerbissen entdeckt, die einem dieses Jahr leider verborgen blieben. Der neue Standort der Gemini-Stage war unserer Meinung nach auch nicht gut gewählt – zu weit weg, zu klein und ohne jegliche Sitzgelegenheit. Das Melt! hat dieses Jahr leider ein ganzes Stück der Gemütlichkeit der vergangenen Jahre eingebüßt. Für den Regen kann keiner was, aber manch organisatorische Veränderungen haben das Ganze nicht besser gemacht. Hoffentlich nimmt man sich den Stimmen aus dem Melt!-Forum etwas an.

Ob wir nächstes Jahr wieder dabei sind, können wir noch nicht sagen. Eigentlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist und vielleicht haben wir das jetzt schon um ein Jahr verpasst.

Kleiner Nachtrag:

Beim Jugendmagazin jetzt.de der Süddeutschen Zeitung gibt es einen Rückblick unter den passenden Namen “Wir wollten unser letztes MELT! und wir haben es bekommen!

und auch ich die taz beschäftigt sich mit dem Thema “Regen und Pannen beim Gutfindfestival Melt! : Kirmeswerdung der Open-Air-Familie

–KarlaQ–