
1. Bitte stell dich kurz vor, wer bist du und was machst du?
Hello, my name is … Henriette. Ich stamme aus Karl-Marx-Stadt, lebe in Dresden und arbeite hauptberuflich als Designerin. Nach Feierabend befeuere ich die „froix maniac monsters“, meine ideelles Wildgehege für selbstentworfene Kreaturen aller Art. Angefangen hat alles mit illustrativer Frickelei vorm heimischen Monitor. Im Laufe der Zeit wurde mir das zu ein-, bzw. zweidimensional. Ich wollte meine Illustrationen „greifbar“ machen und begann, den Kreaturen via Textil Leben einzuhauchen. Die ersten Stoffmonster waren geboren. Nachdem diese im Freundeskreis auf Begeisterung stießen, beschloss ich, meinen eigenen Shop bei DaWanda samt kleiner Stoffmonsterserie zu begründen. Da ich die Monster nicht nur seelenlos durch die Tiefen des Konsumdschungels irren lassen möchte, erhält jede froix’sche Kreatur ihre eigene kleine Geschichte. In meinem Kosmos leben sportambitionierte Möhren, liebestrunkene Tiefseequallen und Köl’sche Jecken mit Schlüpfer-Fetisch. Allesamt kleine, liebenswerte Freaks mit alltäglichen Sorgen und Problemen. Inzwischen ist mein Sortiment um lebhafte Klammerbeutel, Kosmetiktaschen, Tabakbeutel und Ohrringe ergänzt. Alles wird in kleinster Auflage und vorwiegend von Hand hergestellt. Entsprechend viel Zeit und Liebe steckt drin.

2. Welches sind deine aktuellen Projekte mit denen du viel Zeit verbringst?
In der ersten Jahreshälfte haben mich die Vorbereitungen für zwei Ausstellungen auf Trab gehalten (Waterlounge & TriArtLon). Inzwischen findet sich nun wieder Zeit für Frickelei im stillen Kämmerlein. Zurzeit sind illustrierte Kuckucksuhren in Arbeit. Für diese musste ich sehr lange nach einer möglichst haltbaren Umsetzungsmöglichkeit suchen, was eine ganze Sammlung verschiedenartiger Dummies hervorgebracht hat. Des Weiteren steht eine zweite Auflage meiner neuen Klammerbeutel Klara und Kalle auf dem Plan. Wie ich festgestellt habe, gehören die Klammerbeutel zu meinen Kassenschlagern, von daher ist die bisherige Serie durchaus noch ausbaufähig.
3. In welchen Bereichen hast du schon gearbeitet, welche Jobs hast du bereits hinter dir?
Wenn man Schüler- und Studentenjobs mitrechnet, dann reicht das Spektrum von Adress-Aktualisierung, Kellnern über Promotion, bis hin zu einem Intermezzo als Klamottenladen-Aushilfe. Das Kellnern war für mich einer der intensivsten Jobs. Zum einen, weil man ohne Mathe-Affinität und Multitaskingfähigkeit ziemlich im Regen steht. Zum anderen, weil man vorzüglichst diverse anthroposophische Abgründe vorgeführt bekommt. Nach Abschluss meines Studiums habe ich zunächst bei Agenturen in Köln, Dresden und Wiesbaden gearbeitet. Seit einigen Jahren bin ich wieder in Dresden und bei ATMO Designstudio beschäftigt, welches mich tatkräftig in meinem froix’schen Tatendrang unterstützt.


4. Wo befindet sich dein aktueller Arbeitsplatz und wie sieht dieser aus?
Mein Arbeitsplatz erstreckt sich eigentlich über die gesamte Wohnung. Wohnzimmer, Balkon und Küchentisch sind arbeitstechnisch erschlossen. Je nachdem, welches musevolle Gefüge durch Wetter, Projekt, Laune und Lichtverhältnisse eben gerade vorherrscht und wie mobil das jeweilige Arbeitsmittel ist. Das führt oft zu Chaos, z. B. wenn ich die Materialien wie ein Eichhorn im Eichelwahn quer durch die Wohnung verteile. Verzweifelt suche ich dann nach dem Nadelkissen, dass ich doch GERADE EBEN noch in der Hand hatte. Wichtig ist mir auf jeden Fall der entspannende Faktor beim Werkeln. Es ist ja gerade die Arbeit fernab des Monitors, die mich reizt. Von meiner Oma habe ich eine alte, fußbetriebene Veritas-Nähmaschine geerbt. Die quietscht und knarrt, was das Zeug hält und frisst Nadeln ohne Ende. Ich mag sie trotzdem über alles, denn so wird das Gestalten irgendwie zum ganzheitlichen Sinnes-Erlebnis.

5. Was bedeutet dir Design im Alltag?
Im Prinzip ist ja alles, was von Menschenhand nutzenorientiert gestaltet werden kann, Design. Das Wort Gestaltung beinhaltet das ja schon. Als visueller Mensch ist mir Design natürlich wichtig, denn gutes Design erfreut Herz und Auge. Unschwer zu erraten, dass mir disharmonische Knicke in der Optik Unbehangen bereiten.
6. Liest du Blogs. Wenn ja, welche Inhalte interessieren dich am Meisten?
Es gibt einige Blogs mit liebevoll aufbereiteten Inhalten zum Thema Illustration, Savoir Vivre oder Do It Yourself, die ich öfters besuche. Früher musste man zur Bibliothek stiefeln, um sich Sachbücher auszuleihen. Heute fragt man Freund Google und/oder Blogs und die Sache läuft.
7. Welches Blog hast du zuletzt besucht und welches ist dein Liebstes?
Frau Liebe, Magnoliaelectric und Drawn.
8. Wer sollte deiner Meinung nach unsere Fragen als Nächstes beantworten?
Hmm … Entar!
Vielen Dank für die Unterhaltung!